Energetische Sanierung Bürgerhaus Eisemroth

Das bestehende Gebäude wurde im Jahr 1978 in Betrieb genommen und stellt seit jeher das meistgenutzte Gebäude der Gemeinde dar.

Am 31.03.2016 fand eine Gefahrenverhütungsschau durch das Brandschutzamt des Lahn Dill Kreises in der gesamten Liegenschaft statt. Im Rahmen der Überprüfung wurden, im Bereich des Kellergeschosses der Verwaltung, dem Sitzungszimmer und den dazugehörigen Fluren brandschutz- und bauliche Mängel festgestellt. Für die Sanierung des Untergeschosses gemäß den Vorschriften des Brand- und Arbeitsschutzes hätten mindestens 109.000 € investiert werden müssen.

Im Frühjahr 2017 startete das Kommunalinvestitionsprogramm. Hier konnten Maßnahmen zum Ausbau der kommunalen Infrastruktur angemeldet werden, die von Land und Bund zu großen Teilen mitfinanziert werden, solange sie den Förderrichtlinien entsprechen.

Aus dem oben geschilderten Anlass sollte das Projekt Umbau/energetische Sanierung Bürgerhaus Eisemroth als Maßnahme im Kommunalinvestitionsprogramm aufgenommen werden. Außerdem sollten die Fördermittel auch für die Sanierung der Siegbachmauern, einen Fußgängerüberweg in der Marburger Straße, sowie einem Grünschnittplatz in Eisemroth eingesetzt werden. Jedoch teilte die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (die Förderbank des Landes Hessen) mit, dass lediglich die energetische Sanierung des Bürgerhaus Eisemroth die Förderrichtlinien des Programms erfüllt. Daher wurde in der Gemeindevertretersitzung am 29.06.2017 die Umsetzung der Maßnahme Umbau/energetische Sanierung Bürgerhaus Eisemroth mehrheitlich beschlossen.

Was steckt überhaupt hinter dem Umbau und der Energetischen Sanierung?

Wie eingangs festgestellt ist das Gebäude über 40 Jahre alt und weist mittlerweile einige Mängel auf. Die Fenster, wovon bereits einige defekt sind, sowie die Eingangstüren sollen erneuert werden. Neue Heizkörper, Wärmedämmung und ein Wechsel auf zeitgemäße LED Beleuchtung sollen den Teil der energetischen Sanierung abrunden. Sowohl die Fußböden, als auch die mitlerweile defekte Trennwandanlage haben ihre besten Jahre gezählt, daher soll auch hier ein Austausch stattfinden. Abschließend sollen auch die Sanitäranlagen im Bürgerhaus komplett erneuert werden.

Um auch die Auflagen des Brandschutzamtes zu erfüllen, soll im hinteren Bereich der Verwaltung mit zwei Wände von 11,49 m x 9,68 m und einer Dachverlängerung ein Anbau errichtet werden, der Platz für die jetzt noch öffentlich zugänglichen Räume im Untergeschoss schafft. Der Anbau Kostet in etwa das selbe, wie für die Abstellung der Mängel im aktuellen Zustand nötig wäre. Er schafft jedoch zusätzlich, nicht nur durch die Vergrößerung der Fläche, einen Mehrwert. Denn nach diesem Umbau sind alle öffentlich zugänglichen Räume der Verwaltung barrierefrei.

Die Barrierefreiheit wird in § 3 des Gesetzes zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen definiert:

Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Hierbei ist die Nutzung behinderungsbedingt notwendiger Hilfsmittel zulässig.

Von baulicher Barrierefreiheit profitieren außerdem nicht nur körperlich eingeschränkte Personen wie Rollstuhlfahrer, sonder auch z.B. alte Menschen und Eltern mit Kinderwagen werden berücksichtigt. Gerade im Hinblick auf den steigenden Altersdurchschnitt der Bevölkerung sollte diese Tatsache nicht zu sehr belächelt werde.

Von Kritikern wird oft angemerkt, dass es ausreicht wenn der betroffene Sachbearbeiter den Bürger an einem erreichbaren Ort in Empfang nimmt. Sicher ist das eine notwendige Zwischenlösung, entspricht aber nicht der Definition von Barrierefreiheit und sollte bei der neuen Planungen baulich gelöst werden! Zumal § 54 Absatz 2 der Hessischen Bauordnung die Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden vorschreibt:

Anlagen, die öffentlich zugänglich sind, müssen in den dem allgemeinen Besucher- und Benutzerverkehr dienenden Teilen barrierefrei sein.

Wie sieht das ganze finanziell aus?

Die Fördersummen des Kommunalinvestitionsprogramm beträgt 299.000 Euro, dazu kommen Eigenmittel in Höhe von 114.000 Euro. Die geplanten Kosten teilen sich folgendermaßen auf

Energetische Sanierung (Fenster, Eingangstüren, Heizkörper, Beleuchtung, Dämmung)

234.000 €

Mängel Sicherheit (Fluchtwege, Türen, Brandschutz)

80.000 €

Energetische Erweiterung „Anbau“  (ca. 100 m², Verwaltung-/ Sitzungsraum/ komplette Toilettensanierung im Saalbereich)

99.000 €

Gesamte Baukosten (einschl. Nebenkosten)

413.000 €

Als Alternative hätten für die Sanierung des Untergeschosses laut den Vorschriften des Brand- und Arbeitsschutzes mindestens 109.000 € investiert werden müssen.

Aktueller Sachstand

Es wurde ein Beizeitplan erstellt, jetzt werden die Ausschreibungen der einzelnen Bereiche ausgearbeitet und veröffentlicht. Da noch keine Ausschreibungsergebnisse vorliegen, kann über den zeitlichen Ablauf und die tatsächlichen Kosten noch keine genauere Auskunft gegeben werden.

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